"Mode ist vergänglich. Stil niemals. Chanel ist ein Stil."
Gabrielle Bonheur Chanel, 1883-1971
Gabrielle "Coco" Chanel, bis heute weltweit bekannt durch Mode und Parfüm, startete 1912 mit der Eröffnung eines Modeladens ihre bemerkenswerte Karriere. Bereits in den frühen 20er Jahren stieg sie zu einer der führenden Modedesignerinnen von Paris auf. Sie ersetzte das bis dahin vorherrschende und von Korsetts geprägte Bild der Damenmode durch Komfort, eine zwanglose Lässigkeit und Eleganz. Ihr stets nach Neuem und Ungewöhnlichem suchendes Schaffen drehte sich um den Entwurf von schlichten Anzügen, Kleidern, Hosen für Damen, Schmuck, Parfüm und Textilien.
Coco Chanel wurde 1883 in Saumur geboren, auch wenn sie stets behauptete ihr richtiges Geburtsdatum wäre 1893. Ihre Mutter arbeitete in einem Armenhaus und starb als Gabrielle gerade sechs Jahre alt war. Ihre Erziehung übernahmen von da an Verwandte.
Gabrielle wählte für sich selbst den Namen Coco während ihrer kurzen Karriere als Café- und Konzertsängerin zwischen 1905 bis 1908. Ihren ersten Modeladen finanzierte sie zuerst mit der Unterstützung eines wohlhabenden Offiziers, später mit der eines englischen Industriellen, dessen Geliebte sie war. Nach Paris eröffnete sie weitere Läden in Deauville und Biarritz. Besonders ihre schlichten Hüte waren unter den Damen der gehobenen Gesellschaft sehr begehrt.
Schon sehr bald begann sie ihre eigene Couture zu entwerfen und verwendete als erste Designerin in Frankreichs Modewelt Jerseystoffe. Um 1920 war ihr Modeunternehmen bereits beachtlich gewachsen. Ihre legeren Schnitte, kurzen Röcke und der lässige Look standen in einem scharfen Kontrast zu der beliebten Korsettmode vergangener Jahrzehnte.
Chanel selbst trug stets sehr maskuline Kleidung und übernahm den mehr komfortablen Stil der Herrenmode auch in ihre eigenen Entwürfe.
1922 stellte sie ihr erstes Parfum vor, Chanel No. 5, das zu einem der bekanntesten Parfums weltweit wurde und es heute noch ist. Es ist immer noch eines der profitabelsten Produkte des Unternehmens. Ein Mann namens Pierre Wertheimer wurde 1924 ihr Partner im Parfum-Business - und angeblich auch ihr Liebhaber. Wertheimer erhielt 70% der Unternehmensanteile, Coco Chanel besaß 10% und ihr Freund Bader 20%. Auch heute noch kontrolliert die Familie Wertheimer die Parfumsparte von Chanel.
Coco Chanel präsentierte 1925 zum ersten Mal ihren berühmten Cardigan Mantel und 1926 das „kleine Schwarze“. Der überwiegende Teil ihrer Entwürfe war zeitlos und änderte sich nur minimal im Lauf der Jahre – selbst über Generationen hinweg.
Als der erste Weltkrieg begann, arbeitete sie für eine kurze Zeit als Krankenschwester. Während der Besetzung Paris durch die Nazis kam die Welt der Mode für einige Jahre zum Stillstand. Chanels Affäre mit einem Offizier des Naziregimes sorgte für Aufregung und Empörung. Ihre Popularität erlitt immensen Schaden dadurch und sie suchte Exil in der Schweiz.
1954 kehrte Coco Chanel nach Frankreich zurück und nahm ihren Platz unter den Besten der Haute Couture wieder ein. Die Natürlichkeit und Lässigkeit ihrer Mode, sie sich insbesondere am Chanel Hosenanzug zeigt, versetzte die Damenwelt in Verzückung.
Chanel hatte sich immer noch nicht von ihrer Arbeit zurückgezogen, als sie 1971 im Alter von 88 Jahren starb.
Seit 1983 ist Karl Lagerfeld Chef-Couturier des Modehauses Chanel.





