Else Lasker-Schüler - Malerin und Dichterin
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Else Lasker-Schüler

"Wenn du sprichst, wacht mein buntes Herz auf. Alle Vögel üben sich auf deinen Lippen."

1869-1945 | Dichterin, Malerin


Else Lasker-SchülerAm 11.Februar 1869 wird Else Schüler als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie in Elberfeld geboren. Ihr Vater war Bankier, ihr Großvater Oberrabbiner. Else kommt als das sechste Kind ihrer Eltern zur Welt.
Im Alter von 25 Jahren heiratet Else Schüler den Arzt Jonathan Berthold Lasker und zieht mit ihm nach Berlin.

Von 1895 bis 1896 arbeitet Lasker-Schüler im eigenen Atelier und studiert Malerei bei Simon Goldberg, einem Schüler von Max Liebermann. In dieser Zeit wird Lasker-Schüler zur „Königin der Caféhäuser“.

1899 kommt ihr Sohn, dessen Vater sie nie preisgegeben hat, in der Königlichen Frauenklinik in Berlin zur Welt. Obwohl Else Lasker-Schüler sich damals schon als Dichterin einen Namen machen konnte, lebte sie in sehr ärmlichen Verhältnissen.

1902 veröffentlicht Lasker-Schüler ihren ersten Gedichtband „Styx“.

Im April 1903 trennt sie sich von ihrem Mann und heiratet ein halbes Jahr später Georg Levin, dem sie den Namen Herwarth Walden gibt. Dieses Spiel mit Namen zieht sich durch ihre Lyrik sowie durch ihr weiteres Leben. Sich selbst gab Lasker-Schüler Namen wie „Prinz Jussuf von Theben“, „Tino von Bagdad“ oder „Robinson“. Ihren Freund Georg Trakl nannte sie „Ritter aus Gold“, Gottfried Benn war „Giselheer der Barbar“. Lasker-Schüler arbeitet an Waldens Zeitschrift „Der Sturm“ mit und veröffentlicht hier auch weitere Lyrik.

1904 verstirbt ihr bester Freund Peter Hille, der u.a. durch die von ihm ins Leben gerufenen Künstler-Kolonie „Die Gemeinschaft“ Lasker-Schülers Lebens- sowie Schreibstil maßgeblich beeinflusst hatte.

In ihrem 1905 herausgegebenen zweiten Gedichtband erscheint das Gedicht „Mein Volk“, das als das erste deutsche expressionistische Gedicht bezeichnet werden kann.

1912 lässt sich Walden von ihr scheiden, was sie in tiefe Selbstzweifel stürzt, die sie in ihrem Briefroman „Mein Herz“ aufzuarbeiten versucht. Nach dieser Zeit lebt Lasker-Schüler nur noch in Pensionen und Hotels und bestreitet ihren Lebensunterhalt durch Lesungen, Vorträge und Beiträge zu Zeitschriften.
Ihr an Tuberkulose erkrankter Sohn verstirbt nach jahrelanger Behandlung 1927.

1933 emigriert Lasker-Schüler in die Schweiz. 1937 erlebt sie von hier aus, wie ihre Bilder aus der Nationalgalerie entfernt werden und sie ein Jahr später von den Nationalsozialisten „ausgebürgert“ wird.
Nach mehreren vorherigen Besuchen bleibt Else Lasker-Schüler von 1939 an bis zu ihrem Tod 1945 in Palästina. Der Krieg und eine Verweigerung der Aufenthaltsgenehmigung durch die Schweiz hindern sie daran, wieder heimzukehren.

Sie stirbt am 22. Januar 1945 in Jerusalem.



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