"A Taste Of Art In A Quiet Little Corner Of My Being."
Le Corbusier (Charles-Edouard Jeanneret, 1887 - 1965) -
Architekt, Städteplaner, Maler
Geboren 1887 in La Chaux-de-Fonds (Schweiz) als Sohn eines Graveurs.
Von 1901 an Studium an der Kunstschule in La Chaux-de-Fonds (Ausbildung zum Graveur)
Sein Interesse galt von Anfang an der Architektur und Kunst.
1905, im Alter von gerade 18 Jahren, erhält Jeanneret seinen ersten Auftrag: Entwurf und Gestaltung einer Villa für einen Universitätsangestellten.
Die Zeit von 1907-1911 verbringt er mit ausgedehnten Reisen nach Italien, Ungarn und Österreich. In Frankreich trifft er mit Tony Garnier zusammen und arbeitet für 15 Monate mit Auguste Perret in Paris.
In Deutschland studiert er bei Peter Behrens, dessen Wissen vom Design und industriellen Produktionstechniken seinen Blick für Herstellung und industrielle Planungen schult.
Nach weiteren Exkursionen in den Balkan und Asien kehrt Jeanneret 1912 in seine Heimatstadt zurück, um für die nächsten fünf Jahre an der Kunsthochschule zu lehren.
1914 entwickelt er das Eisenbeton-Skelett-System "Domino" für mehrgeschossige Bauten.
"We should no longer be artist, but rather penetrate the age, fuse it until we are indistinguishable. We too are distinguished, great and worthy of past ages. We shall even do better, that is my belief." (Le Corbusier 1911)
1917 zieht er nach Paris, wo auch seine ersten Gemälde entstehen.
Es entsteht eine enge Freundschaft zu dem Maler Ozenfant. Die Architektur tritt zu diesem Zeitpunkt aufgrund des Weltkriegs in den Hintergrund im Schaffen von Jeanneret.
Zusammen mit Ozenfant begründet er die puristische Bewegung und veröffentlicht das Manifest "Après le cubisme".
1920 schließt sich ihnen der Dichter Paul Dermée an. Gemeinsam verlegen sie "L'Esprit Nouveau", ein Magazin, das sich den verschiedenen Formen der Kunst, sowie der Psychologie, Wirtschaft, Politik, Architektur und dem Industriedesign widmet.
In dieser Phase gibt sich Jeanneret auch den bekannt gewordenen Namen Le Corbusier. Er möchte, dass man seine Arbeiten und Schriften als Architekt von seinen Werken als Maler unterscheiden kann.
1922 beginnt seine produktivste Periode. Er gründet mit seinem Cousin, Pierre Jeanneret, ein Architekturstudio in der Rue de Sèvres.
Es enstehen u.a.:
Ozenfants Haus, Entwürfe für die "Ville Contemporaine", das La Roche Gebäude bei Auteuil, der Esprit Nouveau Pavillon zur Exhibition of Decorative Arts (1925)
1927 folgt der Entwurf zweier Häuser für die 2. Internationale Ausstellung des Deutschen Werkbundes in Stuttgart
Sein gesamtes Schaffen hindurch ist Corbusier auf der Suche nach einer Regel oder Gesetzmäßigkeit in der Kunst. Sein Konzept für diese Regeln ist eng verknüpft mit dem Maß des menschlichen Körpers; das daraus entstehende "Modulor" System ist ein wunderschöner Ausdruck seiner Suche. (Details: siehe Literaturempfehlungen unten)
1928 beginnt Le Corbusier, zusammen mit Pierre Jeanneret, mit dem Design von Möbeln, welche im Salon d'Automne ausgestellt werden. Im selben Jahr plant er die berühmte Villa Savoye in Poissy (Fertigstellung 1930).
In dieser Periode entwickelt Le Corbusier ein zunehmendes Interesse an der Stadtplanung und entwickelt Studien für Sao Paolo, Rio de Janeiro und Montevideo (1929), Genf, Antwerpen, Stockholm (1933) und Algier (1930).
1930 beauftragt ihn das Komitee Schweizer Universitäten mit dem Bau des Swiss Pavilion für die Cité Universitaire in Paris.
1935 startet er auf Einladung des Nelson Rockefeller Museums und des Museum of Modern Art eine Vortragsreihe durch die Vereinigten Staaten. Ein Jahr später entsteht das Gebäude des Ministeriums für Gesundheit und Bildung in Rio de Janeiro: es ist das erste Gebäude mit der bekannten brise-soleil.
Während des 2. Weltkrieges zieht sich Le Corbusier nach Südfrankreich zurück und widmete sich hauptsächlich der Malerei und dem Schreiben.
1943 veröffentlicht er La Charte d'Athenes, ein bedeutendes Grundlagenwerk des modernen Städtebaus.
Ab 1945 entsteht das Konzept der sogenannten unite d'habitation für das französische Ministerium für Wiederaufbau. Es beinhaltet einen Gebäudekomplex bestehend aus Wohnungseinheiten, Geschäften, Schulen, u.a. Die ersten dieser unités werden 1947 in Marseilles gebaut. Weitere folgen in Nantes, Berlin, Meaux und Briey en Foret.
Bei diesen Bauten bedient sich Le Corbusier seinem "Modulor" System, das er während der Kriegsjahre entwickelt hat: ein System von proportionalen und modularen Maßeinheiten, die weniger auf einem mathematischen Konzept als mehr auf der Statur eines Menschen basieren.
Die Pläne für einen Wiederaufbau des Zentrums von Berlin (1961-1962) werden später nicht mehr umgesetzt.
Le Corbusier stirbt am 27. August 1965 beim Baden am Cap Martin bei Nizza an den Folgen eines Herzinfarktes.
Literaturhinweise:
Le Corbusier. Le Corbusier: Complete Works. Germany: Birkhauser Verlag, August 1996.
Le Corbusier. Towards a New Architecture. London: Dover Publications, February 1986.





