Ludwig Mies van der Rohe (1886 – 1969)
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Ludwig Mies van der Rohe

"Less is more"

1886 – 1969

Ludwig Mies van der Rohe wurde am 27. März 1886 in Aachen geboren.
Sein Vater arbeitet als Steinmetz und unterrichtet seinen Sohn in diesem Handwerk, bevor Mies mit 19 Jahren nach Berlin zieht, um bei Bruno Paul (Architekt der art nouveau und Möbeldesigner) zu lernen. Bereits im Alter von 20 Jahren erhält er seinen ersten Auftrag: die Planung eines Hauses für den Philosophen Alois Riehl.
Um 1908 arbeitet er für den Architekten Peter Behrens. Nebenher studiert er die Baukunst von Karl Friedrich Schinkel und Frank Lloyd Wright.
1912 eröffnet Mies van der Rohe sein eigenes Büro in Berlin.
1913 heiratet er.

Nach dem ersten Weltkrieg beginnt er, sich mit der Architektur von Wolkenkratzern zu beschäftigen und entwirft zwei innovative, auf Stahlskeletten basierende Glastürme.
Einer davon ist das Hochhaus an der Friedrichstrasse, welches er 1921 im Rahmen einer Ausschreibung entwirft. Leider wird das Bauvorhaben nicht durchgeführt, obgleich der Entwurf vielfach gelobt wird und vorausahnen lässt, von welcher kreativen Kraft seine Architektur in den 40er und 50er Jahren durchdrungen sein wird.

Im Jahr 1921 trennt er sich von seiner Frau und ändert zugleich auch seinen Namen. Er fügt seinem Nachnamen „Mies“ das holländische „van der“ und den Mädchennamen seiner Mutter, „Rohe“, hinzu. Aus „Ludwig Mies“ wird „Ludwig Mies van der Rohe“.

In den folgenden Jahren ist er in einer Reihe avantgardistischer Zirkel von Berlin tätig (das Magazin „G“, Organisationen wie die Novembergruppe, der Zehnerring oder der Arbeitsrat für Kunst). Diese Zirkel unterstützen die Moderne Kunst und Architektur. Zu ihnen gehören Künstler wie Hans Richter, El Lissitzky, Theo van Doesburg und andere.
Die Philosophie der Architektur der späten 20er und 30er Jahren finden sich besonders in denjenigen Projekten, die Mies van der Rohe als künstlerischer Leiter des Werkbundes betreut, wie z.B. das Weissenhof Projekt, eine Modelhaus-Kolonie in Stuttgart. Führenden europäischen Architekten entwarfen für dieses Projekt moderne Appartements und Häuser darunter auch ein Appartementblock von Mies.

1927 entwirft er eines seiner berühmtesten Gebäude: den deutschen Pavillon für die Weltausstellung in Barcelona 1929. Das Gebäude ähnelt eher einer kleinen Halle (bekannt als der Barcelona Pavillon) mit einem Flachdach, welches von Säulen getragen wird. Die bewegbaren Innenwände aus Glas und Marmor scheinen losgelöst von der Statik des Gebäudes zu sein. Dieses Konzept einer flexiblen, fließenden Raumgestaltung mit einem nahtlosen Übergang von Innen- und Außenräumen verfeinert Mies in den kommenden Jahren zunehmend.

1930 trifft er in New York auf den Architekten Philip Johnson, welcher zahlreiche Projekte von Mies van der Rohe in der ersten Architekturausstellung des MoMAs (Museum of Modern Art) 1932 präsentiert. Dadurch wird Mies Arbeit zum ersten Mal auch in den USA wahrgenommen.

In den 30er Jahren wird aufgrund der sich ändernden wirtschaftlichen und politischen Situation in Deutschland keiner seiner Entwürfe umgesetzt. Mies ist von 1930 an bis zur Auflösung des Bauhauses auf Anordnung der Nazis im Jahr 1933 der Direktor dieser Einrichtung.

1937 verlässt er Deutschland und emigriert in die Vereinigten Staaten, wo er zunächst von 1938 bis 1958 der Architekturabteilung des Illinois Institute of Technology vorsteht. Während dieser Zeit entwirft er einen neuen Campus für die Universität, ein Projekt, bei dem er seine „Stahl-Glas-Architektur“ weiter verfeinert.

1944 erhält Mies van der Rohe die amerikanische Staatsbürgerschaft. Mittlerweile hat er sich als Architekt in den Vereinigten Staaten fest etabliert. In dieser Zeit entwirft er eines seiner bekanntesten Gebäude: ein kleines Wochenendhaus außerhalb von Chicago, das ein wenig wie eine transparente Kiste aussieht und von acht stählernen Säulen eingerahmt wird. Das „Farnsworth“ Haus ist eines der radikalsten minimalistischen Häuser, das jemals entworfen wurde. Sein Inneres besteht aus einem einzigen Raum, der in kleine Partitionen unterteilt ist und vollständig von Glasfronten umschlossen wird.
In den 50er Jahren entwickelt Mies dieses Konzept offener, flexibler Räume weiter.
1951 verwirklicht er dann auch endlich seinen Traum einen Wolkenkratzer aus Glas zu bauen. Die „Twin Towers“ in Chicago werden 1951 fertig gestellt. Es folgen weitere Hochhäuser in Chicago, New York, Detroit und Toronto bis Mies 1954 sein Meisterstück in Form des „Seagram Building“ in New York vollendet.

Für sein Schaffen erhält er 1959 den „Orden pour le merit“ und 1963 die „Presidential medal of Freedom“.

1962 schließt sich der Kreis seiner Karriere. Mies van der Rohe soll in Berlin die Neue Nationalgalerie entwerfen. Die Architektur ist geprägt von seiner künstlerischen Handschrift und Vision: eine offene Stahlkonstruktion, die Innen- und Außenräume direkt ineinander übergehen lässt.

Mies van der Rohe stirbt am 17. August 1969 im Alter von 83 Jahren in Chicago.



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